Ich hatte erst wieder die Entscheidung zwischen verschiedenen Diensten oder Protokollen zur Übertragung von Daten über WLAN und übers Internet. Hier möchte ich drei Varianten mit Vor- und Nachteilen präsentieren. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf Sicherheit, Setup-Aufwand und Einfachheit der Handhabung. Namentlich handelt es sich dabei um: SendAnywhere, SFTP Server/Client und AirDroid.

SendAnywhere
SendAnywhere ist eine einfach installierte App auf Android bzw. Website im Browser auf Windows. Dabei verspricht das Unternehmen, dass die Daten direkt von Gerät zu Gerät versendet werden und dabei nichts auf ihren Servern gespeichert wird. Auch bei nicht direkten Verbindungen werden die Daten verschlüsselt zum Server übertragen und nach Ablauf wieder gelöscht.
Selbstverständlich ist bei diesen Aussagen zu berücksichtigen, dass sie vom Hersteller kommen und keinerlei weiteren Überprüfung unterliegen. Es gibt jedoch die Möglichkeit eigenständig noch etwas mehr Sicherheit hinzuzufügen: Durch eine passwortgeschützte ZIP-Datei. Das macht das ganze natürlich etwas umständlicher, bei sensiblen Daten würde ich hierzu allerdings durchaus raten.
Was die Komplexität der Nutzung betrifft, bekommt diese Plattform die Bestnote, da es nur der App auf Android und nicht Mal einer Installation auf Windows bedarf, geschweige denn einer Anmeldung. Einzig die Werbung auf dem Handy stört etwas, schränkt die Funktion jedoch nicht weiter ein (und ein Gratis-Tool muss wohl irgendwo etwas Geld einnehmen).

SFPT Server/Client
Man kann auch den ganz eigenständigen und unabhängigen Weg gehen und einen SFTP Server auf dem PC (oder Smartphone) aufsetzen, um das Maximum an Sicherheit zu bekommen. SFTP ist ein offenes Protokoll (Secure File Transfer Protocol), über welches Daten versendet und empfangen werden können. Dabei verlassen die Daten zu keinem Zeitpunkt das Netzwerk (sofern nicht über VPN o.Ä. gearbeitet wird) und die Daten sind sicher verschlüsselt. Im eigenen Netzwerk gibt es wohl wenig, das noch mehr Sicherheit und Kontrolle bietet.
Natürlich hat diese Sicherheit auch ihren Preis - das Aufsetzen einer solchen Verbindung ist deutlich aufwändiger, als die restlichen Möglichkeiten. Der Server kann auf dem PC oder Handy eingerichtet werden und anschließend wird dann vom Partner verbunden und übertragen. Über das eigene Netzwerk hinaus bedarf es dann noch einer VPN-Verbindung, wenn man beispielsweise von unterwegs Daten übertragen will, also deutlicher Abzug bei der Handhabung.

AirDroid
Die Plattform AirDroid kommt ähnlich wie SendAnywhere daher: eine App auf dem Handy und Nutzung im Browser, es gibt aber auch eine zusätzliche Software für Windows. AirDroid ist vor allem darauf ausgelegt zu jedem Zeitpunkt Daten vom Handy zum PC und umgekehrt übertragen zu können (sofern die Geräte eingeschaltet sind), es bietet jedoch auch noch deutlich mehr Umfang, als nur dies.
Auch was Sicherheit angeht, verhält es sich ähnlich wie bei SendAnywhere. Es gab früher wohl Mal so einige Sicherheitslücken, welche mittlerweile jedoch behoben sind und auch der Verschlüsselung wurde nochmal mehr Aufmerksamkeit geschenkt; auch hier kommen diese Aussagen vom Hersteller.
Einen Account kann man entweder bei AirDroid aufsetzen oder auf Google, Facebook und Twitter zurückgreifen. Nach der Anmeldung kann es dann gleich losgehen, aber bei einfacher Datenübertragung bleibt es nicht. Man kann sein Handy über AirDroid fernsteuern, auf Nachrichten antworten, Benachrichtigungen vom Handy bekommen und Vieles mehr.

Zusammenfassung

+ = Positiv | 0 = Neutral | - = Negativ

SendAnywhere SFTP Server/Client AirDroid
Sicherheit 0 + 0
Setup-Aufwand + - 0
Handhabung + - 0

Persönlich habe ich für meinen Bedarf auf die Variante SendAnywhere mit ZIP-Passwort zurückgegriffen, das ging schnell und mit nicht zu viel zusätzlichem Aufwand. Man kann übrigens auch hier einen Account aufsetzen und einen Client auf Windows installieren.